Dämmerung breitet sich aus über dem Gelände des Deutz-Mülheimer Hafens. Eine leichte Brise weht. Fast so, wie auf hoher See, in einer sternenklaren Nacht. Das Boot backbord aufgebockt neben den Kinositzen. Die Werft in Sicht, die Leinwand schaukelt am Wind. Es wird dunkel, der Film nimmt an Fahrt auf. Die begehrten Plätze alle ausverkauft. Das Publikum lauscht den Erinnerungen aus den Aufzeichnungen der Schiffscrew und der Supporter an Land, die die verbotenen Bücher übers Meer befördern wollen. Vollmond am Himmel, die Kragen hochgezogen. Gebannt sitzen die Leute im Dokomotive-Kino, entführt in die filmische Realität der 70er Jahre. Und man glaubt tatsächlich dort zu sein, am Ort des Geschehens. Irgendwo in Westafrika, an einem Dock. Und vor uns das Meer.
Mühlheimer Hafen