Von der Schnellstraße geht es circa 100 Meter in die Senke an den Ort, der auf keiner Karte als solcher markiert ist; ein Gelände, das alle nur umfahren, als Brache gebrandmarkt, von den Menschen auf ihrem Weg von A nach B unbeachtet. Drumherum: Autobahn, Brücke, Straßen, keine Fußgänger. In der Senke mittendrin ein Tümpel, umwachsen von dichtem Schilf und Fliederbüschen, rote Libellen, Frösche. Am Uferweg ein kleines Birkenwäldchen.
Halbkreisförmig angeordnet warten die Bäume darauf, dass sich jemand in ihre Mitte gesellt. Dort bauen wir uns auf. Vis-a-vis die große DOKOMOTIVE-Leinwand. Im Hintergrund dichtes Grün. Wir holen die Besucherinnen und Besucher vom vereinbarten Treffpunkt ab und führen sie 15 Minuten lang durch Gebiete, die sie noch nie vorher betreten hatten, immer wieder auf der Suche nach Brüchen in der Blickachse, während der Erkundung des Geländes:
Trampelpfad – ins Gebüsch – versiegeltes Gelände – Tiefgarage – Kinder-Funpark. Dann geht es hinab über einen holprigen Steig an den Ort des Geschehens. Fast zeitgleich erreicht Boris Sieverts den Ort mit der zweiten Gruppe, die einer Führung durchs Gelände beiwohnen durfte. Nach kurzer Pause geht es los: In der Dämmerung bringen wir das Dickicht zum Strahlen in allen Farben. Die Birken leuchten in allen Lilatönen. Film ab für WARSCHAU FRANKENSTEIN von Christiane Büchner an einem Ort im Nirgendwo – eine cineastische Intervention für einen Abend, inklusiver Bootstour im Schlauchboot.
(Markus Lenz)
an einem Ort im Nirgendwo